Negative Strompreise 2026: der laufende Zähler

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Wie viele Stunden war der Börsenstrompreis in Deutschland dieses Jahr schon negativ? Diese Zahl entscheidet seit dem Solarspitzengesetz mit darüber, wie viel eine neue PV-Anlage einbringt – denn in genau diesen Zeiten entfällt die Einspeisevergütung (§ 51 EEG).

465 Stunden (laufendes Jahr)

negative Day-Ahead-Preise seit dem 1. Januar 2026 – das entspricht 1860 Viertelstunden und 6,2 % der bisher verstrichenen Jahreszeit.

Gleicher Zeitraum 2025 575 h
Veränderung zum Vorjahr -110 h (-19,1 %)
2025 im ganzen Jahr 575 h

Datenstand 07.11.2026, 01:15 UTC · Auflösung 15 Minuten · Datenquelle: Bundesnetzagentur | SMARD.de (Lizenz CC BY 4.0, day-ahead & PV-Erzeugung) · Monatswerte als CSV

Monatsverlauf 2025 und 2026

39 79 118 158 0 Januar 2025: 14 h Januar 2026: 2 h J Februar 2025: 0 h Februar 2026: 6 h F März 2025: 30 h März 2026: 35 h M April 2025: 75 h April 2026: 123 h A Mai 2025: 129 h Mai 2026: 79 h M Juni 2025: 141 h Juni 2026: 50 h J Juli 2025: 12 h Juli 2026: 76 h J August 2025: 64 h August 2026: 56 h A September 2025: 60 h September 2026: 36 h S Oktober 2025: 50 h Oktober 2026: 2 h O November 2025: 0 h November 2026: 0 h (Monat läuft noch) N Dezember 2025: 0 h D 2025 2026 laufender Monat (noch unvollständig)

Negative Stunden je Monat, dauergewichtet. Datenquelle: Bundesnetzagentur | SMARD.de (Lizenz CC BY 4.0, day-ahead & PV-Erzeugung)

Die Jahre im Vergleich

JahrNegative StundenAnteil am Jahr
2024 457 h 5,2 %
2025 575 h 6,6 %
2026 465 h 5,3 % läuft noch

Der Anteil bezieht sich auf ein volles Kalenderjahr (8.760 h); im laufenden Jahr ist er deshalb noch nicht mit den abgeschlossenen Jahren vergleichbar.

Was das für eine neue Anlage bedeutet

Gerechnet für eine Referenzanlage von 8 kWp mit 4.500 kWh Jahresverbrauch, Südausrichtung, ohne Speicher — mit derselben Stundensimulation wie im Eigenheim-Rechner.

Volles Betriebsjahr (letzte 12 Monate)

Preismuster: November 2025 bis Oktober 2026 mit 465 Negativstunden.

Anteil der Einspeisung, der in Negativstunden fällt 21,1 %
Dadurch unvergütete Einspeisung, je Betriebsjahr 1231 kWh
Entgangene Vergütung, je Betriebsjahr 95 €
§51a: Verlängerung des Förderzeitraums (über 20 Jahre) +4,9 Jahre

Unter dem Strich bleibt ein Renditeeffekt von etwa −0,4 bis −0,6 Prozentpunkten.

Warum entgangene und nachgeholte Vergütung nicht verrechnet werden dürfen

Die entgangene Vergütung fällt in jedem Betriebsjahr an. In den Verlängerungsjahren nach §51a werden nominal rund 1558 € nachgeholt — aber erst nach dem 20-jährigen Förderzeitraum. Abgezinst ist dieser Betrag heute deutlich weniger wert, weshalb beide Zahlen nicht gegeneinander aufgerechnet werden dürfen.

Wen es nicht trifft: eine Bestandsanlage von 2024

Beispiel: 80 kWp Dachanlage, Inbetriebnahme März 2024, Überschusseinspeisung. Diese Anlage verliert durch negative Preise keinen Cent – dauerhaft, die vollen 20 Jahre.

EEG-Satz (Stufe 02/2024, anteilig je Leistungsanteil) 6,52 ct/kWh
Greift § 51 bei negativen Preisen? nein
Entgangene Vergütung, je Betriebsjahr 0 €

Der Grund ist die Leistungsschwelle: Für Anlagen mit Inbetriebnahme vom 01.01.2023 bis 24.02.2025 gilt § 51 in der Fassung vom 24.02.2025, und dort heißt es, Absatz 1 sei „nicht anzuwenden auf Anlagen mit einer installierten Leistung von weniger als 400 Kilowatt". 80 kW liegt darunter. Ein Teil der Einspeisung fällt zwar auch bei dieser Anlage in Negativstunden – vergütet wird er trotzdem vollständig.

Warum das für fast jede Dachanlage vor 2025 gilt

Bis zum 24.02.2025 konnte § 51 eine Dachanlage in der festen Einspeisevergütung praktisch nie treffen. Die Pflicht zur Direktvermarktung beginnt bei 100 kW, die § 51-Schwelle lag bei 400 bzw. 500 kW – jede Anlage, die groß genug für § 51 war, war damit zwangsläufig schon in der Direktvermarktung. Erst das Solarspitzengesetz hat die Schwelle unter die Direktvermarktungsgrenze gezogen und trifft seit dem 25.02.2025 damit erstmals auch kleine Neuanlagen.

Ein Vorbehalt bleibt: Maßgeblich ist die Anlagenzusammenfassung nach § 24 Abs. 1 EEG. Stehen auf demselben Grundstück weitere Anlagen, die innerhalb von zwölf aufeinanderfolgenden Monaten in Betrieb gingen, zählen sie zusammen.

Auch ein freiwilliger Wechsel in die Direktvermarktung ändert daran nichts – die Ausnahme hängt an der Leistung, nicht an der Vermarktungsform. Dort trifft die Anlage allerdings die Marktseite: In Negativstunden wird abgeregelt, und für nicht eingespeiste Kilowattstunden gibt es auch keine Marktprämie.

→ Die vollständige Staffel nach Inbetriebnahmedatum und Leistung

Wie diese Zahl entsteht

Gezählt werden alle Viertelstunden, in denen der Day-Ahead-Preis in der Gebotszone Deutschland/Luxemburg unter null lag, gewichtet mit ihrer tatsächlichen Dauer. Quelle: SMARD (Bundesnetzagentur, CC BY 4.0) · Monatswerte als CSV · Methodik.

Datenrand und Abgrenzung zum Rechner

Die Day-Ahead-Auktion schließt am Vortag, die Reihe reicht deshalb bis zum aktuellen Rand; Werte für den Folgetag werden hier bewusst noch nicht mitgezählt.

Abgrenzung zum Rechner: Diese Seite zählt nach Kalenderjahren bis zum Datenrand. Der Eigenheim-Rechner nutzt für die §51-Nullung dagegen die letzten zwölf vollen Kalendermonate, weil er zusätzlich das Solar-Erzeugungsprofil braucht, das später veröffentlicht wird. Beide Sichten sind korrekt und beantworten verschiedene Fragen — die Werte können daher voneinander abweichen.

Weiterverwendung ausdrücklich erwünscht: Diese Auswertung darf mit Quellenangabe („Bundesnetzagentur | SMARD.de, Auswertung rentabilitaet-pv.de") zitiert werden — auch von Presse und Blogs.

Was heißt das für Ihr Dach?

Der Eigenheim-Rechner rechnet die Negativstunden stundengenau in Ihre Rendite ein — kostenlos, ohne Anmeldung, ohne Weitergabe von Kontaktdaten.

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Weiterlesen: § 51 EEG erklärt: Was bei negativen Strompreisen gilt · Direktvermarktung & Marktprämie · aktuelle EEG-Sätze

Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Marktdaten ohne Gewähr.