Negative Strompreise 2026: der laufende Zähler

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Wie viele Stunden war der Börsenstrompreis in Deutschland dieses Jahr schon negativ? Diese Zahl entscheidet seit dem Solarspitzengesetz mit darüber, wie viel eine neue PV-Anlage einbringt — denn in genau diesen Zeiten entfällt die Einspeisevergütung (§51 EEG).

443 Stunden (laufendes Jahr)

negative Day-Ahead-Preise seit dem 1. Januar 2026 — das sind 1773 Viertelstunden und 7,4 % der bisher verstrichenen Jahreszeit.

Gleicher Zeitraum 2025 480 h
Veränderung zum Vorjahr -37 h (-7,7 %)
2025 im ganzen Jahr 575 h

Datenstand 08.09.2026, 21:45 UTC · Auflösung 15 Minuten · Datenquelle: Bundesnetzagentur | SMARD.de (Lizenz CC BY 4.0, day-ahead & PV-Erzeugung) · Monatswerte als CSV

Monatsverlauf 2025 und 2026

39 79 118 158 0 Januar 2025: 14 h Januar 2026: 2 h J Februar 2025: 0 h Februar 2026: 6 h F März 2025: 30 h März 2026: 35 h M April 2025: 75 h April 2026: 123 h A Mai 2025: 129 h Mai 2026: 79 h M Juni 2025: 141 h Juni 2026: 50 h J Juli 2025: 12 h Juli 2026: 76 h J August 2025: 64 h August 2026: 56 h A September 2025: 60 h September 2026: 16 h (Monat läuft noch) S Oktober 2025: 50 h O November 2025: 0 h N Dezember 2025: 0 h D 2025 2026 laufender Monat (noch unvollständig)

Negative Stunden je Monat, dauergewichtet. Datenquelle: Bundesnetzagentur | SMARD.de (Lizenz CC BY 4.0, day-ahead & PV-Erzeugung)

Die Jahre im Vergleich

JahrNegative StundenAnteil am Jahr
2024 457 h 5,2 %
2025 575 h 6,6 %
2026 443 h 5,1 % läuft noch

Der Anteil bezieht sich auf ein volles Kalenderjahr (8.760 h); im laufenden Jahr ist er deshalb noch nicht mit den abgeschlossenen Jahren vergleichbar.

Was das für eine neue Anlage bedeutet

Gerechnet für eine Referenzanlage von 8 kWp mit 4.500 kWh Jahresverbrauch, Südausrichtung, ohne Speicher — mit derselben Stundensimulation wie im Eigenheim-Rechner.

Volles Betriebsjahr (letzte 12 Monate)

Preismuster: September 2025 bis August 2026 mit 537 Negativstunden.

Anteil der Einspeisung, der in Negativstunden fällt 22,2 %
Dadurch unvergütete Einspeisung, je Betriebsjahr 1300 kWh
Entgangene Vergütung, je Betriebsjahr 100 €
§51a: Verlängerung des Förderzeitraums (über 20 Jahre) +5,7 Jahre

Unter dem Strich bleibt ein Renditeeffekt von etwa −0,4 bis −0,6 Prozentpunkten.

Warum entgangene und nachgeholte Vergütung nicht verrechnet werden dürfen

Die entgangene Vergütung fällt in jedem Betriebsjahr an. In den Verlängerungsjahren nach §51a werden nominal rund 1770 € nachgeholt — aber erst nach dem 20-jährigen Förderzeitraum. Abgezinst ist dieser Betrag heute deutlich weniger wert, weshalb beide Zahlen nicht gegeneinander aufgerechnet werden dürfen.

Wen es nicht trifft: eine Bestandsanlage von 2024

Beispiel: 80 kWp Dachanlage, Inbetriebnahme März 2024, Überschusseinspeisung. Diese Anlage verliert durch negative Preise keinen Cent – dauerhaft, die vollen 20 Jahre.

EEG-Satz (Stufe 02/2024, anteilig je Leistungsanteil) 6,52 ct/kWh
Greift § 51 bei negativen Preisen? nein
Entgangene Vergütung, je Betriebsjahr 0 €

Der Grund ist die Leistungsschwelle: Für Anlagen mit Inbetriebnahme vom 01.01.2023 bis 24.02.2025 gilt § 51 in der Fassung vom 24.02.2025, und dort heißt es, Absatz 1 sei „nicht anzuwenden auf Anlagen mit einer installierten Leistung von weniger als 400 Kilowatt". 80 kW liegt darunter. Ein Teil der Einspeisung fällt zwar auch bei dieser Anlage in Negativstunden – vergütet wird er trotzdem vollständig.

Warum das für fast jede Dachanlage vor 2025 gilt

Bis zum 24.02.2025 konnte § 51 eine Dachanlage in der festen Einspeisevergütung praktisch nie treffen. Die Pflicht zur Direktvermarktung beginnt bei 100 kW, die § 51-Schwelle lag bei 400 bzw. 500 kW – jede Anlage, die groß genug für § 51 war, war damit zwangsläufig schon in der Direktvermarktung. Erst das Solarspitzengesetz hat die Schwelle unter die Direktvermarktungsgrenze gezogen und trifft seit dem 25.02.2025 damit erstmals auch kleine Neuanlagen.

Ein Vorbehalt bleibt: Maßgeblich ist die Anlagenzusammenfassung nach § 24 Abs. 1 EEG. Stehen auf demselben Grundstück weitere Anlagen, die innerhalb von zwölf aufeinanderfolgenden Monaten in Betrieb gingen, zählen sie zusammen.

Auch ein freiwilliger Wechsel in die Direktvermarktung ändert daran nichts – die Ausnahme hängt an der Leistung, nicht an der Vermarktungsform. Dort trifft die Anlage allerdings die Marktseite: In Negativstunden wird abgeregelt, und für nicht eingespeiste Kilowattstunden gibt es auch keine Marktprämie.

Die vollständige Staffel nach Inbetriebnahmedatum und Leistung

Wie diese Zahl entsteht

Gezählt werden alle Viertelstunden, in denen der Day-Ahead-Preis in der Gebotszone Deutschland/Luxemburg unter null lag, gewichtet mit ihrer tatsächlichen Dauer. Quelle: SMARD (Bundesnetzagentur, CC BY 4.0) · Monatswerte als CSV · Methodik.

Datenrand und Abgrenzung zum Rechner

Die Day-Ahead-Auktion schließt am Vortag, die Reihe reicht deshalb bis zum aktuellen Rand; Werte für den Folgetag werden hier bewusst noch nicht mitgezählt.

Abgrenzung zum Rechner: Diese Seite zählt nach Kalenderjahren bis zum Datenrand. Der Eigenheim-Rechner nutzt für die §51-Nullung dagegen die letzten zwölf vollen Kalendermonate, weil er zusätzlich das Solar-Erzeugungsprofil braucht, das später veröffentlicht wird. Beide Sichten sind korrekt und beantworten verschiedene Fragen — die Werte können daher voneinander abweichen.

Weiterverwendung ausdrücklich erwünscht: Diese Auswertung darf mit Quellenangabe („Bundesnetzagentur | SMARD.de, Auswertung rentabilitaet-pv.de") zitiert werden — auch von Presse und Blogs.

Was heißt das für Ihr Dach?

Der Eigenheim-Rechner rechnet die Negativstunden stundengenau in Ihre Rendite ein — kostenlos, ohne Anmeldung, ohne Weitergabe von Kontaktdaten.

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Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Marktdaten ohne Gewähr.