Zweitmeinung zu Ihrem PV‑Investment
Sie haben ein Angebot auf dem Tisch: ein Exposé, eine Renditeangabe, einen Finanzierungsvorschlag. Rechnen Sie es nach, bevor Sie unterschreiben – mit echten Börsen- und Ertragsdaten statt mit den Annahmen desjenigen, der verkauft.
Das Wichtigste in Kürze
- Wir verkaufen keine Anlagen und vermitteln keine. Wir bekommen von keinem Anbieter Geld dafür, dass ein Angebot gut aussieht.
- Sie rechnen selbst – im Investoren-Rechner, kostenlos und ohne Anmeldung. Sie tragen die Zahlen aus dem Exposé ein, den Rest holt der Rechner aus echten Marktdaten.
- Sie bekommen die Kennzahlen, die im Exposé oft fehlen: Kapitalwert (NPV), interner Zinsfuß nach Steuern (IRR) und Schuldendienstdeckungsgrad (DSCR) – die Zahl, an der die Bank entscheidet.
- Der Rechenweg ist offengelegt, nicht als Marketingaussage, sondern als nachlesbare Methodik mit Quellen und Grenzen.
- Diese Seite ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung und keine Empfehlung zu einem bestimmten Angebot.
Warum eine zweite Rechnung?
Jede Renditeangabe in einem Exposé steht auf Annahmen: Vergütung, spezifischer Ertrag, Betriebskosten, Zins, Laufzeit, Steuersatz. Ändern Sie eine davon, ändert sich das Ergebnis – manchmal um wenige Prozent, manchmal um das Vorzeichen. Die Annahmen stammen in aller Regel von der Seite, die die Anlage verkauft. Das ist kein Vorwurf, das ist ihre Rolle. Es fehlt nur jemand, der dieselbe Rechnung ohne Verkaufsinteresse aufstellt.
Die drei Annahmen, an denen es in der Praxis am häufigsten hängt
- Der Erlös je Kilowattstunde. EEG-Satz, Ausschreibungszuschlag, gleitende Marktprämie oder PPA sind vier verschiedene Dinge. Sie stehen im Exposé oft als eine einzige Zahl.
- Die Betriebskosten. Werden sie zu niedrig angesetzt, wandert der Fehler über die ganze Laufzeit in die Rendite. Der Unterschied zwischen 9,50 € und 22 € je kWp und Jahr entscheidet Angebote.
- Die Förderdauer. Die EEG-Förderung läuft 20 Jahre plus das Jahr der Inbetriebnahme (§ 25 EEG). Wer 30 Jahre betrachtet und dabei 30 Jahre lang fördert, rechnet sich reich.
Ein Fall aus unserer eigenen Prüfung
Wir prüfen Kaufangebote nicht nur theoretisch, sondern mit demselben Rechner auch für uns selbst. Dieser Fall ist anonymisiert – ohne Anbieter, ohne Projektnamen, ohne Standort. Nur die Zahlen und der Rechenweg:
| Im Exposé angenommener Erlös | 8,93 ct/kWh |
| Tatsächlicher Zuschlagswert aus der Ausschreibung | 4,93 ct/kWh |
| Unsere Nachrechnung, mittlerer Erlös über die Laufzeit | 6,59 ct/kWh |
Die Lücke zwischen der ersten und der zweiten Zahl war nicht versteckt: Sie war eine Ertragserwartung an die Zusatzvermarktung, die das Exposé als gegeben führte. Unsere Rechnung setzt sie nicht auf null, sondern rechnet sie mit echten Börsenpreisen nach – und landet 26 % unter der Prospektannahme.
Was das für die Finanzierbarkeit bedeutete
Mit der Zahl aus dem Exposé wäre es das beste Angebot gewesen, das wir bis dahin gerechnet hatten. Mit dem tatsächlichen Zuschlagswert kippt es: Es gibt keine Eigenkapitalquote, bei der die Anlage gleichzeitig rentabel und bankfähig ist. Erhöht man das Eigenkapital so weit, dass der Schuldendienstdeckungsgrad die Bankschwelle erreicht, ist der Kapitalwert bereits negativ – und umgekehrt. Der Unterschied lag nicht an der Anlage, sondern an einer einzigen Annahme.
Was nachgerechnet wird
Fünf Kennzahlen nebeneinander, weil keine von ihnen allein trägt – ausführlich erklärt unter PV-Rendite berechnen.
- Kapitalwert (NPV) – Bringt die Anlage mehr als Ihre Zielrendite?
- Interner Zinsfuß (IRR) – Wie verzinst sich Ihr Eigenkapital, nach Steuern?
- Schuldendienstdeckungsgrad (DSCR) – Trägt der Cashflow die Kreditrate? Richtwert ≥ 1,2.
- Stromgestehungskosten (LCOE) – Was kostet Sie die erzeugte Kilowattstunde, gegen den Erlös gehalten?
- Amortisation – Wann ist das eingesetzte Kapital zurück?
Was der Rechner dabei aus echten Daten holt statt aus Annahmen
- Ertrag am Standort aus PVGIS, nach Ausrichtung und Neigung – nicht als Pauschalwert je kWp.
- Börsenpreise und Marktwerte aus SMARD/Netztransparenz, für die gleitende Marktprämie stundengenau.
- Negative Preise nach § 51 EEG inklusive der Karenzzeit und der Nachholung über § 51a – ein Punkt, den Wirtschaftlichkeitsrechnungen häufig ganz auslassen.
- Förderzeitraum von 20 Jahren plus Inbetriebnahmejahr; danach rechnet die Anlage mit dem Spotmarkt weiter, nicht mit der Vergütung.
- Steuern mit linearer AfA, Sonderabschreibung und Investitionsabzugsbetrag nach § 7g EStG, soweit Sie ihn ansetzen.
- Degradation der Module und Kostensteigerung über die gesamte Laufzeit.
Was Sie aus dem Angebot dafür brauchen
Neun Angaben. Die meisten stehen im Exposé – und welche dort fehlt, ist bereits der erste Befund.
- Anlagenleistung in kWp und geplante oder erfolgte Inbetriebnahme
- Standort (Postleitzahl genügt), bei Dachanlagen Ausrichtung und Neigung
- Vergütungsweg: EEG-Satz, Ausschreibungszuschlag, Direktvermarktung oder PPA – mit dem Wert in ct/kWh, auf den er sich stützt
- Kaufpreis beziehungsweise Anschaffungskosten
- Laufende Betriebskosten je Jahr (Wartung, Versicherung, Betriebsführung)
- Pacht oder Nutzungsentgelt, falls die Fläche nicht Ihnen gehört
- Eigenkapital, Zinssatz und Kreditlaufzeit
- Ihr persönlicher Steuersatz, wenn Sie nach Steuern rechnen wollen
- Betrachtungszeitraum – das Exposé nennt ihn, oft ist er länger als der Förderzeitraum
Der Rechner verlangt keine Anmeldung und setzt keine Tracking-, Analyse- oder Marketing-Cookies. Was gespeichert wird und was nicht, steht in der Datenschutzerklärung – und warum wir es so halten, hier.
Rechnen Sie Ihr Angebot nach
Zahlen eintragen, Ergebnis lesen – Kapitalwert, interner Zinsfuß, Schuldendienstdeckungsgrad und Amortisation, mit echten Markt- und Ertragsdaten. Kostenlos und ohne Anmeldung.
Zum Investoren-Rechner →Was diese Seite nicht ist
Damit klar ist, was Sie bekommen – und was nicht:
- Keine Anlageberatung. Wir liefern eine Rechnung, keine Empfehlung, ein bestimmtes Investment einzugehen oder zu unterlassen.
- Keine Steuer- oder Rechtsberatung. Die Steuerrechnung ist ein Modell; für Ihren Fall gilt, was Ihr Steuerberater sagt.
- Keine Prüfung des Anbieters. Wir rechnen Zahlen nach, wir bewerten weder Bonität noch Vertragswerk noch technische Ausführung.
- Keine Gewähr auf die Prognose. Erträge und Marktwerte der Zukunft sind Schätzungen – belastbar ist der offengelegte Rechenweg, nicht die dritte Nachkommastelle.
Häufige Fragen
Was kostet die Zweitmeinung?
Das Nachrechnen im Investoren-Rechner ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich.
Woher kommt Ihre Unabhängigkeit?
Wir verkaufen keine Photovoltaik-Anlagen, vermitteln keine und geben Ihre Daten nicht weiter. Es gibt keinen Anbieter, der dafür bezahlt, dass sein Angebot gut aussieht. Verdient wird ausschließlich am Report, und der wird nicht besser, wenn das Ergebnis positiv ausfällt.
Rechnet der Rechner ein Angebot besser oder schlechter als das Exposé?
Weder noch – er rechnet mit denselben Formeln, aber mit überprüfbaren Eingangsdaten. Fällt das Ergebnis besser aus als im Exposé, ist auch das ein Befund. Ziel ist nicht die niedrigere Zahl, sondern die nachvollziehbare.
Welche Kennzahl entscheidet, ob meine Bank mitgeht?
Der Schuldendienstdeckungsgrad (DSCR): Er sagt, ob der jährliche Cashflow die Kreditrate trägt. Als Richtwert gilt 1,2. Viele Exposés nennen eine Rendite, aber keinen DSCR – und genau daran scheitern Finanzierungen.
Ich habe noch kein konkretes Angebot. Bringt mir die Rechnung trotzdem etwas?
Ja. Sie sehen, welche Werte ein Angebot erreichen muss, damit es sich für Sie rechnet – und gehen mit dieser Schwelle ins Gespräch, statt sie hinterher zu prüfen.
Vertiefen: NPV, IRR und DSCR erklärt · Wie wir rechnen · Direktvermarktung & Marktprämie · Negative Strompreise (§ 51 EEG) · Abfindung & § 7g EStG
Diese Seite ist eine allgemeine Information und keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Rendite- und Ertragsangaben sind modellhafte Prognosen ohne Gewähr; maßgeblich ist Ihre konkrete Berechnung und die Prüfung durch Ihre eigenen Berater.